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Doggenzucht Quirinum

Hund & Kind

Im besten Fall - vertraute Gefährten- die sich ohne Worte verstehen.


Die Freundschaft eines Kindes zum Hund ist unabhängig von der Rasse und Größe des Tieres, abenso wie vom Alter und Geschlecht des Kindes.
Kinder und Hunde sind frei von unseren Wertvorstellungen und kommunizieren auf einer anderen Ebene miteinander, als wir Erwachsenen es tun.

Wir haben im Laufe unseres Lebens viele Fähigkeiten, Sinne, mit denen wir als Kinder ausgestattet waren, verkümmern lassen, denn die kindliche Naivität musste dem Alltag und der Vernunft weichen.


Ein Haustier kann für ein Kind ein Freund, Tröster, Spielpartner, Familienmitglied und Vertrauter sein,

ABER niemals ein Spielzeug!

Kinder können je nach Alter und Interesse Aufgaben rund um das Tier oder mit dem Tier übernehmen.


Ausstellungen & Juniorhandling, Mitgliedschaft im Hundesport-
verein mit Agility, Unterordnung uvm.

Kinder bestimmten Alters können nach Anleitung bei der Fütterung helfen, den Hund bürsten und mit ihm Gassi gehen.
Als Erwachsener sollte man sich aber stets im Klaren sein, dass die Hauptaufgaben und die Verantwortung bei den Eltern liegen.



Diese Voraussetzungen für ein harmonisches Miteinander sollten vorliegen:

  • Der Welpe sollte bereits beim Züchter eingehend auf Kinder unterschiedlichen Alters geprägt sein, lassen Sie sich von Ihrem Züchter bei der Auswahl des Welpen im Hinblick auf seinen Charakter und das Temperament beraten. Sie sollten mit dem Züchter die Auswahl des Welpen treffen und diese nicht den Kindern überlassen.
  • Eine vernünftige Grunderziehung des Hundes sollte selbstverständlich sein
  • Eine vernünftige Grunderziehung ihres Kindes ebenso !
  • Wenn Sie in der Lage sind respektvoll und konsequent mit Ihrem Hund, wie auch mit Ihrem Kind umzugehen, leisten Sie einen unerlässlichen Grundstein für ein harmonisches Zusammenleben der Zwei - und Vierbeiner Ihrer Familie
  • So wie es Tabuzonen für Kinder gibt, müssen auch diese für den Hund gesetzt werden.
  • Ihr Kind muss lernen, dass das Familienmitglied Hund, auch eigene Bereiche hat, in die es sich zurückziehen kann (z.B. der Korb, Hütte oder Liegeplatz)
  •  Das Futter des Hundes ist für das Kind tabu und ebenso ihn dabei zu stören; die Mahlzeit des Kindes sollte auch für den Hund tabu sein und ebenfalls das Probieren vom Teller oder das Klauen des Butterkekses aus der Kinderhand.
  • Der Hund ist ein Lebewesen und sollte als dieses eine angemessen respektvolle Beachtung finden und nicht als Spielzeug oder Babysitter herhalten!
  • Eltern sind in erster Linie für den Hund verantwortlich und niemand anders sonst.
  • Benimmregeln in einem Haushalt mit Tieren gelten nicht nur für die eigenen Kinder, sondern ebenso für die Besucherkinder!
Wenn Sie all dies bejahen und immer noch den Wunsch nach einem Hund für Ihre Familie haben, dann sollten Sie noch Einiges beachten:
Oft, werde ich gerade bei der Dogge gefragt: "Die sind doch kinderlieb, diese sanften Riesen, oder ?"


Diese Frage kann ich klar verneinen. Es gibt nicht DIE kinderliebe Rasse ! Es gibt Rassen unterschiedlicher Statur und Grösse mit unterschiedlichen Zuchtmerkmalen und Einsatzzwecken und Trieben! Innerhalb dieser Einteilung gibt es dann den erzogen oder unerzogenen Hund, den artgerecht geförderten oder den frustrierten und unterforderten, den sozialisierten und den nicht sozialisierten, den  der vieles kennenlernen durfte und den, den alles ängstigt.

Entscheiden Sie sich z.B. für einen Border Collie der ein Hütehund ist, so sollten Sie dem Tier auch gerecht werden. Ein Hütehund der nicht hüten darf, wie es eigentlich seine Aufgabe ist, wird sich bei Unterforderung irgendwann selbst zu helfen versuchen, was dann im Hüten Ihrer Kinder endet und nicht ohne Blessuren und blaue Flecken von statten gehen wird.

Nehmen wir einen in in aktueller Zeit recht zum Modehund mutierten Jack Russel Terrier: Wissen Sie wie sie einen solch sportlichen und triebigen Hund auslasten? Haben Sie die Zeit neben dem Haushalt und den Kindern? Viele, die diese Frage verneinen und sich rein nach optischen Gesichtspunkten für einen Hund entscheiden, ohne sich mit den Rassemerkmalen auseinander gesetzt zu haben, bereuen es früher oder später und haben das Nachsehen, wie in vielen Fällen der Hund selbst, der sich Ersatzbeschäftigungen im  Zerlegen der Wohnungseinrichtung sucht, da er sich nicht anders zu helfen weiß und in letzter Konsequenz im Tierheim landet.

Eine Deutsche Dogge ist mit Ihrer hohen Reizschwelle, die vom Zuchtverband gefordert wird, ein mögliches geeignetes Familienmitglied, wenn Sie dementsprechend geprägt, sozialisiert und erzogen wird. Hier liegt auch ein wichtiger Aspekt den Sie beim Kauf einer Deutschen Dogge beachten sollten:

Kaufen Sie beim Züchter, der auch im einem Zuchtverband züchtet und dessen Tiere eine Zuchtzulassung mit einer dazugehörigen  Wesensbeurteilung haben und nicht beim sympathischen sogenannten "Hobbyzüchter" dessen Tiere sich zufällig gepaart haben und dessen Welpen mit Kindern fotografiert worden sind um in einschlägigen Onlineanzeigen zu werben.

 

Ein Hund, jeglicher Rasse, der mit Kindern leben soll muss erst einmal diese kennenlernen. Der Hund ist ein stark visuelles Wesen, der die Gestik, Mimik und Körpersprache in winzigen Nuancen wahrnimmt und interpretiert. Somit sollte klar sein, dass Kinder unterschiedlichen Alters sich anders fortbewegen und eine zum Erwachsenen differenzierte Körpersprache aufweisen.
So ist der Bewegungsablauf eines 12 monatigen zweibeinigen Windelrockers, der sabbernd durch die Wohnung stolpert für den Hund erst einmal ein ungewohntes Bild.

Lassen Sie deshalb das Kind und den Hund niemals unbeaufsichtigt.



Oft hört man von Vorfällen, bei denen Kinder durch Hunde verletzt werden , so entstehen die meisten Verletzungen im Gesicht.
Kinder als Spezies der Primaten drücken häufig ihre Begeisterung und Zuneigung zu einem Tier auf der Strasse durch das Überbeugen über den Hund und zu ihm hin und den Versuch diesen zu Umarmen.

Für den Caniden, der nicht auf Kinder geprägt ist oder diese vielleicht gar nicht kennt, ist das Vorbeugen und Ansehen eine agressive körperliche starke Geste kombiniert mit zielgerichtetem
Blick, dass einem Fixieren mit den Augen gleicht. Jetzt kommen noch die ausgebreiteten Arme von links und rechts und schon ist das Unglück geschehen - der Hund kennt es nicht, fühlt sich bedroht und muss abwehren um dem Übergriff zu entgehen, da  ihm kein Ausweg bleibt.
Oft ist dann die Berichterstattung recht einseitig und alle sind sich einig, es geschah willkürlich und ohne Vorwarnung, da niemand auf das Tier und das Kind wirklich geachtet hat.
Wir halten oft in den Grundschulen Unterricht zu diesem Thema ab, um auch Kindern, die keinen Hund haben oder Angst vor diesen zeigen, den richtigen Umgang beizubringen. Zu diesem Zweck bitte ich oft ein Kind sich im Schneidersitz auf den Boden zu setzen, sich vorzustellen es sei ein Hund, der vielleicht auch noch angeleint ist und nun komme ich und bin ganz begeistert. Ich komme mit ausgebreiteten Armen, beuge mich über das Kind und versuche nun meine Arme um dieses von oben zu legen....
In diesem Moment begreift jedes Kind blitzschnell, wie unangenehm es für einen Menschen ist und wie bedrohlich, diese eigentlich liebe Absicht, auf den Hund wirken muss!


So wird klar, wie wichtig und überlegt sein muss, wo ich meinen Familienhund kaufe und das fremde Hunde weder böse noch gut sind, sich aber wesentlich durch ihre Sozialisierung und Erziehung unterscheiden!

Kinder,die die Möglichkeit haben mit einem Tier aufzuwachsen, haben eine höhere Sozialkompetenz und sind weniger häufig krank, als Kinder ohne den tierischen Partner an Ihrer Seite.



Sie sehen, ein harmonische Zusammenleben zwischen Kindern und Hunden kann etwas Wundervolles sein, WENN es getragen wird von Wissen & Respekt, wie der unabdingbaren elterlichen Sorgfalt.



Helena Saberi









 
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